Sampling Architecture

Sampling ist eine Kompositionstechnik, die möglicherweise konstitutiv ist für den Hip Hop, die aber bereits auf eine lange Tradition zurückschauen kann. Schon der Erfinder der Musique concrète, der französische Ingenieur Pierre Schaeffer, sampelte und ebenfalls die Komponisten, die in den frühen 1950er Jahren im Kölner Studio für elektronische Musik zusammenkamen. Damals bildete die Tonbandtechnik die Basis des Sampelns und das Melotron hielt Einzug in die Rockmusik (vgl. “Epitaph“ von King Crimson, 1969).
 
Die Analogtechnik beherrscht sogar noch das legendäre Album “My Life in the Bush of Ghosts“, das David Byrne, der Frontmann der Talking Heads, und Brian Eno 1981 veröffentlichten. My Life gilt als Meilenstein der Weltmusik und der Popularisierung des Samplings. Heute noch verstehen wir darunter ein hoch produktives und vergleichsweise junges künstlerisches Verfahren (das freilich im Zitat einen uralten Vorfahren hat), und so fragt sich ja, ob Sampeln auch in der Architektur eine Berechtigung hat?
 
Im Entwurf wollen wir zuerst musikalisches Sampling verstehen und bewerten, um dann architektonische Sample-Techniken zu erkennen, wo sie bereits zum Zuge gekommen sind. Vor allem aber wollen wir sie selber konzipieren und sowohl auf Kulturbauten (als Provokation) als auch auf alltägliche Bauaufgaben (als Nobilitierung) anwenden.
ARBEITEN

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