Die Kraft der Geometrie

denk modell raum


„Als ich 1913 in meinem verzweifelten Versuch, die Kunst von der nutzlosen Last des Gegenstandes zu befreien, bei der Form des Quadrats Zuflucht suchte und ein Bild ausstellte, auf dem nichts als ein schwarzes Quadrat auf weißem Grund zu sehen war, fanden die Kritiker keinen Gefallen daran, und das Publikum auch nicht: „Alles, was wir liebten, ist verloren, wir sind jetzt in der Wüste. Vor uns ist nichts als ein schwarzes Quadrat auf einem weißen Grund.“ Das vollkommene Quadrat erschien den Kritikern wie dem Publikum als etwas Unverständliches und Bedrohliches - das war ja auch zu erwarten gewesen.
Der Aufstieg zum Gipfel der nichtgegenständlichen Kunst ist schwierig und anstrengend, aber trotzdem befriedigend. Bei jedem Schritt weichen reale Dinge mehr und mehr in die Ferne zurück, Objekte verschmelzen miteinander, bis schließlich die Welt der gewöhnlichen Vorstellungen, in der wir allerdings leben, gänzlich verblaßt. Weg mit den Bildern der Realität, weg mit Idealvorstellungen - nichts als die Wüste!
Aber diese Wüste ist erfüllt vom Geist der nichtgegenständlichen Sensibilität, die überall durchdringt. Auch ich empfand eine Art Schüchternheit und zögerte bis zur Gequältheit, als ich im Begriff stand, die „Welt des Willens und der Darstellung“ zu verlassen, in der ich im Glauben an ihre Authentizität gelebt und geschaffen hatte.
Aber das Gefühl der Befriedigung, das mich mit meiner Befreiung vom Gegenständlichen überkam, führte mich noch weiter in die Wüste - bis zu dem Punkt, da nichts authentisch war außer der Sensibilität, und so wurde die Sensibilität zur wahren Substanz meines Lebens. Das Bild, das ich ausgestellt hatte, war kein leeres Bild, sondern Sensibilität in Abwesenheit des Gegenstandes.“ (Kasimir Malewitsch)
Die Aufgabe der Architektur ist, dreidimensionale, physische Umwelt zu errichten und diese körperhaften Objekte zu gestalten. Wir widmen uns der „Kunst körperlicher Massen“ (Heinrich Wölfflin) und versuchen durch Analyse, Transformation und Synthese der Komposition der schönen Formen - ihre Plastizität durch Licht und Schatten offenbart - auf die Schliche zu kommen.

TERMINE

Donnerstag, 09:30 - 13:00 Uhr

1.Termin
11.04.2019, 09:30 Uhr

Ort
Raum 7.01

PRÜFUNGSDATEN
Bachelor PO 2013
22931 Raumkonzeptionen 2
 
Bachelor PO 2015
22931 Raumkonzeptionen 2
 
Master Architektur und Stadtplanung
48081 Räumliche Phänomene
 
max. Teilnehmeranzahl
10 (inkl. Masterstudierende)
 
Art/Umfang der Prüfung
Seminar
 
Lehrpersonen
Dipl.- Ing. Attila Acs