„repenser l‘architecture“

In Frankreich, Belgien und der französischsprachigen Schweiz ist seit einigen Jahren eine junge Architekturszene entstanden, die länderübergreifend interessante Gemeinsamkeiten aufweist. Zugleich sind Unterschiede zu erkennen, die auf die jeweiligen kulturellen, ökonomischen und politischen Entwicklungen der einzelnen Ländern zurückzuführen sind: Frankreich leidet unter der wirtschaftlichen und politischen Situation, Belgien ist beeinträchtig durch einen zunehmend aggressiv ausgetragenen Sprachenstreit, die französischsprachige Schweiz ist geprägt von der mehr oder weniger klaren Trennung der Sprach- und Kulturregionen in der Eidgenossenschaft.

Vor diesem Hintergrund spiegeln sich Entwicklungen in der jungen Architektenschaft, die überwiegend aus den spezifischen Gegebenheiten resultieren. In Frankreich ist eine Generation von jungen Architekten angetreten, die sich allmählich aus der lähmenden Krise befreien und mit erfrischenden Ideen aufwarten. Dabei beziehen sie sich auf Vorbilder früherer Generationen aus den eigenen Reihen und interpretieren wie diese die Prinzipien der klassischen Moderne neu. In Belgien beschreiten junge Architekten neue Wege, die sich mit den Stichworten „das Generische als gemeinsame Sprache“, Konzepte des „Alltäglichen, Bescheidenen, Gewöhnlichen“ zusammenfassen lassen. In der französischsprachigen Schweiz treten immer mehr junge Büros aus dem Schatten der etablierten deutschsprachigen Büros. Sie lösen sich von deren Nüchternheit und Strenge und machen mit freieren Konzepten auf sich aufmerksam. Das verbindende Element ist die Suche nach einer eigenen Identität und der Versuch neue Wege zu beschreiten. Dabei lassen sich interressante Sichtweisen erkennen, die aus einer auffälligen Unbefangenheit und einem neuen Selbstbewusstsein resultieren, die so im deutschsprachigen Raum nicht aufzufinden sind.

Mit dem Ziel die neuen konzeptionellen Ansätze und Entwurfsstrategien kennenzulernen ist ein Seminar mit 3-tägigem Entwurfsworkshop (in englischer und französischer Sprache) geplant. Im Seminar werden die herausragenden Vertreter aus Frankreich, Belgien und der Schweiz gegenübergestellt. Anschließend werden die Bürogründer/innen der drei genannten Büros in Werkvorträgen ihre Positionen vorstellen und gemeinsam den Entwurfsworkshop leiten. Die Ergebnisse werden im Foyer bei einem „apéro“ mit  Abschlussdiskussion präsentiert.

Die Lehrveranstaltung wird von der DVA-Stiftung (Frankreichschwerpunkt) und dem IZKT gefördert.

TERMINE

Donnerstags, 14:00 – 17:00 Uhr

1.Termin
Donnerstag, 20.10.2016, 14.00 Uhr

Ort
3.02

PRÜFUNGSDATEN
max. Teilnehmeranzahl
30
 
Art/Umfang der Prüfung
studienbegleitend
 
Lehrpersonen
K. Bullert mir S. Bru, F. Charbonnet, A. Verschuere

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