Belgrad – Sehnsucht nach Erinnerung

Filip Vejin und Maria Zacher

Die Vergangenheit Serbiens in die Gegenwart zu verankern ist die Idee, die hinter unserem Gebäude steht. Der Vergangenheit ein Bild zu geben, es Teil der Identität Serbiens werden zu lassen. Einen Ort zu schaffen der gleichzeitig Denkmal und Mahnmal ist und nicht nur auf vorwurfsvolle, sondern auch auf wertschätzende Art Raum schafft für die Geschichte Serbiens und Jugoslawiens. Da der Krieg erst in jüngster Geschichte sein Ende nahm, sind die Wunden zu frisch und das Thema zu sensibel um durch den Versuch einer objektiven Darstellung der Geschehnisse eine Klarstellung zu erreichen. Um zunächst das Tabu zu brechen, eine öffentliche Debatte um die unrühmliche Vergangenheit zu beginnen, wollen wir einen Ort des Verweilens inmitten der ehemaligen Prachtstrasse Belgrads integrieren. Durch eine imaginäre Schalung von 10 Metern Tiefe wird die ehemalige Häuserzeile bis zur höchsten Traufhöhe nachgeahmt und der entstehende Raum zwischen und über den Gebäuden mit dem Schutt der Kriege aufgefüllt. Viele prägnante Gebäude wurden durch die Natobombadierung im Jahr 1999 in Belgrads Innenstadt zerstört und deren Schutt und die Ruinen im Zentrum vernachlässigt. Da das nicht auf Dauer so bleiben kann, möchten wir diese Reste für immer festhalten, indem sie Teil eines neuen Gebäudes werden. In einem neuartigen Beton soll der Schutt als Zuschlag fungieren, gleichzeitig aber auch klar in der Fassade erkennbar sein. So soll ein Ort entstehen, der nicht nur Ausdruck der Zerstörung und des vergangenen Leids, sondern auch fester und neuer Bestandteil der Stadtidentität ist.

 

 

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