Central Elements of a Metropolis – Thoughts on Warsaw

Philipp Burst und Paul Schleith

In unserer Diplomarbeit beschäftigen wir uns mit der Neutstrukturierung des Plac Defilad
im Zentrum Warschaus. Der bestehende innerstädtische Freiraum formiert sich um den
Kulturpalast, welcher 1955 als Geschenk Stalins an Polen erbaut wurde. Wir werfen die
Frage auf, wie sich ein neuentstehendes metropolitanes Quartier gestaltet und man mit einem
bestehenden Gebäude dieser Dimensionen und Bedeutung umgehen kann.


Der Platz wird mit einer Masse besetzt. Die Masse ist Stadt in der Stadt. Sie ist ein Ausschnitt
der Stadt und reproduziert so auf der Mikroebene den Organismus der Stadt. Vorzufinden
sind drei grundlegende Nutzungsebenen des Plac Defilade - Bewegungsraum, Kulturraum
und Raum geschichtlicher Symbolik. Diese Teilebenen werden in einer dichten, städtischen
Konfiguration aufgenommen und herausgearbeitet.
Die Masse hat Universalitätsanspruch und entsteht aus der Ratio. Sie wird unter der
Prämisse entwickelt, eine hohe Dichte zu schaffen und klare Verhältnisse zwischen privatem
und öffentlichem Raum zu produzieren. In ihrer Struktur greift die Masse auf die gerasterte
Blockstadt zurück. Die Masse entwickelt die Qualität eines gefassten Stadtraums, der in seinen
klaren Abstufungen unterschiedliche Grade von Öffentlichkeit produziert. Die Masse
baut Bezüge zur baulichen Struktur ihrer Umgebung auf. Die Masse wird an bestimmten Stellen
aufgelöst und manifestiert dadurch die Nutzung des Plac Defilade auf räumlicher Ebene.
Der Kulturpalast wird durch die neuentstehende Struktur überlagert und so neu-kontextualisiert.
Neue Perspektiven und Lesarten werden herausgebildet, Verbindungen präzisiert.
Identitätsstiftende Räume entstehen, welche Orientierungsmerkmale innerhalb dieser
darstellen und darüber hinaus ein gemeinschaftliches surplus produzieren.


Durch die Prozesshaftigkeit wird die Wahrnehmung des Stadtraums sowie des Turmes ständig
transformiert und überschrieben. Zunächst werden die Orte der Gemeinschaft in die bestehende
Situation eingeschrieben. Ziel ist es den Platz Zeit seiner Entwicklung Teil der Stadt
sein zu lassen. Dadurch gliedert sich das neu Entstehende gut in die bestehende Struktur ein.
Der Transformationsprozess ist zeitlich offen.

 

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