DOGMA 95 – Architektur für ein Manifest

Jacob Hoeppner

Der Entwurf setzt sich mit der Beziehung von Film und Architektur auseinander. Es soll untersucht werden, inwieweit ein ungewöhnliches Filmkonzept Grundlage für raumgestalterische Gedanken sein kann.
Zentrum der Arbeit ist DOGMA 95, die wichtigste Strömung der dänischen Filmgeschichte. Das erklärte Ziel der Bewegung ist eine Rückkehr zum Filmpurismus, um der Wirklichkeitsentfremdung entgegenzuwirken und den Film von der Kommerzialisierung, Verflachung und Technisierung des Hollywood-Kinos zu befreien.
Um dies zu erreichen, veröffentlichen die Initiatoren um Lars von Trier 1995 zehn Regeln, nach denen Regisseure zukünftig arbeiten sollen. Das Manifest untersagt jegliche optische Nachbearbeitung des Materials und lässt einzig das Filmen mit Handkamera zu. Die entstandenen Filme zeichnen sich durch einen rohen und fragmentarischen Charakter aus.

Welche Qualitäten bürgt das filmische Manifest in der architektonischen Übersetzung? Um dieser Frage nachzugehen, wird das Regelwerk auf die Architektur übertragen, um anschließend nach diesen zu entwerfen. Die bewusste Limitierung ermöglicht die Trennung vom ästhetischen Grundvokabular. Die Transformation geschieht eng am Originaltext, um zu einer Architektur zu gelangen, der die Haltung DOGMAs innewohnt.
Die bauliche Auslegung des filmischen Manifests soll konzeptionelle Entwurfsstrategien der Architektur testen und zu spezifischen Ergebnissen in Material, Form und Ausdruck führen.

 

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