Tsukiji Fischmarkt Tokyo

Florian Lindenberg und Jan-Niklas Schmeing

Der Tsukiji Fischmarkt ist der größte und älteste Nahrungsmittelversorger Japans. Das über zwei Hektar große Marktareal ist aufgrund seiner urbanen Lagemittlerweile ein touristischer Magnet im District Chuo-ku, dem Hauptgeschäftszentrum Tokyos, geworden und soll aufgrund von Platzmangel und seines Alters umgesiedelt werden.

Seit je her versorgt der Fischmarkt neben den Anwohnern im Stadtteil Tsukiji, eine Großzahl der Arbeitnehmer der angrenzenden Firmen und bietet 60.000 Menschen Arbeit. Durch den Umzug der Anlage stehen nicht nur die Existenzen vieler Händler und Restaurantbesitzer auf dem Spiel, sondern es hätte zu bedeuten, dass ein wichtiger Faktor der Identifikation diesen Stadtteil verlässt. Der Großhandel soll ausgegliedert und auf dem bestehenden Areal ein Ort geschaffen werden, der sich mit der Geschichte des Marktes auseinandersetzt, der Nahrungsversorgung und der Identifikation dient, aber auch als Endverbrauchermarkt mit Gastronomie erhalten bleibt.

Die ursprüngliche Hallenstruktur aus dem Jahr 1935 besteht aus einer radial angelegten Doppelgiebelhalle aus Stahlfachwerkträgern. Diese Halle wurde im Lauf der Zeit immer mehr zugebaut. Die Hallenstruktur dient als Ausgangssituation und wird freigelegt. Die restlichen Gebäude auf dem Areal werden entfernt. Die Halle wird auf ihr wichtigstes Element, den Viertelkreis reduziert. Dem Viertel wird zur Vervollständigung ein Dreiviertelkeis entgegengestellt. Dadurch wird aus der bestehenden Struktur, welche den musealen Teil beinhaltet, der Neubau für den Endverbrauchermarkt mit Restaurants unterschiedlicher Angebote abgeleitet und als ein zusammenhängendes Gebäude definiert.

Städtebaulich wird eine Parzellierung der Restfläche vorgeben, welche sich schnell wieder mit Gebäuden verdichten wird. Durch die Kreisrunde Form wird zusätzlich ein wichtiger Raum, vor allem in Japan, definiert: ein gefasster Aussenraum.

Die Tragstruktur des Gebäudes wird aus der kleinsten Einheit, den des Marktstandes abgeleitet und definiert damit das Stützenraster des Stahlskelettbaus. Die Giebelform der bestehenden Halle wird übernommen. Durch Stiche gelangt man direkt in die Parkanlage. Im Erdgeschoss befinden sich nach Themenbereichen geordnet die Markteinheiten, im Obergeschoss wurden vier Grundtypologien unterschiedlicher Restaurants und Imbissstrukturen entwickelt. Desweiteren gibt es Sondernutzungen wie ein Auditorium, Kochschulen und Veranstaltungsräume. Durch eine Loop-Road im Untergeschoss werden die Lebensmittel angeliefert und gelangen schließlich in die dort liegenden Kühlhäuser oder werden über Lastenaufzüge in die Verkaufsräume und Küchen gebracht.

 

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