MANUFAKTUR | MANUFACTORY | MANUFACTURE

„Es gibt sie noch, die guten Dinge“

verspricht der Werbeslogan des 1988 gegründeten Unternehmens Manufactum. „Eine Gegenwelt, die sich freundlich gibt, ein Sehnsuchtsort des Geschmacksbürgertums... Ein Bollwerk gegen die vermeintlichen Zumutungen des modernen Lebens... Eine Fluchtburg gegen das grelle Geiz-ist-geil der Media-Märkte, Aldis und Ein-Euro-Shops...“ schrieb der Spiegel unlängst mit durchaus kritischem Unterton, aber ohne zu verkennen, dass der Firmengründer früh begriffen hat, dass nur mit hoher Qualität dem Trend zum Billigprodukt entgegengewirkt werden kann. Ganz bewusst setzen daher seine Marketingstrategen der industriellen Massenfertigung den Manufakturgedanken entgegen nach dem Motto: Preis-wert, statt billig, und ganz im Sinne von Karl Marx, der den wesentlichen Unterschied der Produktionsarten im Kapital beschreibt: „In Manufaktur und Handwerk bedient sich der Arbeiter des Werkzeugs, in der Fabrik dient er der Maschine.“ Die Auswirkungen der globalen Massenproduktion und die katastrophalen Zustände in Billiglohnländern bewirken inzwischen zunehmend eine Änderung in unserem Konsumverhalten und stärken den Wunsch nach wertigen, individuell gefertigten Produkten unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen. Nicht zuletzt deshalb erleben Manufakturen eine Renaissance.

Im Seminar untersuchen wir in Referaten, Gastvorträgen und einer produktiver Reflexion die Hintergründe und das Potential dieser Tendenz, wir beleuchten die historischen und zeitgenössischen Entwicklungen von Manufakturen, befassen uns mit Produktdesign und analysieren architektonische Beispiele.

Bei Teilnahme am Entwurf „Made in Denmark | Manufaktur Kopenhagen“ wird empfohlen das Seminar zu belegen.

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