Verwandlungen | Konzepte für das Volksbad in Nürnberg

„In allen europäischen Städten gibt es große Bauwerke oder ganze Baukomplexe, die einen wesentlichen Bestandteil der Stadt ausmachen, aber nur ausnahmsweise ihre ursprüngliche Funktion beibehalten haben. Zum Beispiel der Palazzo della Ragione in Padua. Wenn man ein solches Baudenkmal besucht, ist man überrascht von der Vielzahl seiner Funktionen, die anscheinend in keinerlei Zusammenhang mit seiner Gestalt stehen. Gleichwohl ist es gerade diese Gestalt, die uns beeindruckt, die wir erleben und durchwandern.“
(Aldo Rossi, L‘architettura della città, 1966)

Durch gesellschaftliche Veränderungen können wichtige Bausteine eines Ortes ihre urspüngliche programmatische Widmung verlieren. Funktionen werden nicht mehr benötigt oder lassen sich finanziell nicht mehr tragen. Die Qualität und Bedeutung der gebauten Formen bleiben jedoch für die Stadt und ihre Bewohner bestehen. Welche Strategien und Raumkonzepte können für einen spezifischen Bestand entwickelt werden, um ihn für seinen Kontext zu reaktivieren?

Das Volksbad in Nürnberg ist seit 1994 stillgelegt. Eine reine Sanierung und Weiternutzung als öffentliche Badeanstalt ist nicht finanzierbar, andere Vorschläge zur Umnutzung des teilweise 100-jährigen Bestandes führten bisher nicht zu einer konkreten Umsetzung. Nach Einarbeitung in die Situation vor Ort, werden die Teilnehmer verschiedene Konzepte für die Wiederbelebung des Bestehenden entwickeln. Dabei sind neben neuen Interpretationen der Räume auch strukturelle Veränderungen der Bereiche und ergänzende Neubauten für das Ensemble denkbar, die eine Verwandlung tragfähig erscheinen lassen.

Die Bearbeitung erfolgt im Zweier-Team. Jeder Teilnehmer muss sich einzeln auf einen Entwurfsplatz bewerben. Abgabe BA: 14.07.14, Prüfungen: 15.-18.07.14

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